Das Wichtigste in Kürze
- Plov wurde 2016 von der UNESCO als usbekisches Welterbe anerkannt.
- Non-Brot ist heilig – es darf nie auf den Kopf gelegt werden, nicht weggeworfen werden.
- Tandyr-Lehmöfen sind das Herz der usbekischen Brot- und Fleisch-Tradition.
- Es gibt über 100 regionale Plov-Varianten – jede Stadt hat eine eigene Tradition.
- Choyhona (Teehäuser) sind die Sozialzentren in jedem usbekischen Dorf.
- Grüner Tee (Kok Choy) wird zu jeder Mahlzeit und Gelegenheit getrunken.
Usbekistans Küche ist Seidenstraßen-Erbe pur. Plov gilt als kulinarisches Nationalsymbol, Non-Brot ist heilig, Shashlik gehört auf jeden Markt. Türkische, persische und chinesische Einflüsse haben über Jahrhunderte eine eigenständige zentralasiatische Küche geformt. Hier findest du den Überblick über typische usbekische Gerichte und Getränke.
Typische Vorspeisen und Suppen
Suppen und Salate.
- Shurpa – kräftige Lamm-Gemüse-Suppe mit Karotten und Kichererbsen.
- Lagman – dicke handgezogene Nudel-Suppe mit Hammelfleisch und Gemüse, Uigurisches Erbe.
- Mastava – Reissuppe mit Lamm und Tomaten, scharf gewürzt.
- Achichuk – frischer Tomaten-Gurken-Zwiebel-Salat, klassisch zu Plov.
- Salat Tashkent – Salat aus gekochtem Rindfleisch, Rettich und Mayo.
- Samsa – in Tandyr gebackene Teigtaschen mit Lamm, Zwiebel und Kürbis.
- Hanum – gerollte Dampfteigtaschen mit Kartoffel oder Kürbis-Füllung.
- Chuchvara – winzige Teigtaschen in Brühe, ähnlich Pelmeni.
- Norin – kalter Salat mit Pferdefleisch und handgeschnittenen Nudeln.
Hauptgerichte und Klassiker
Plov und Shashlik.
- Plov (Osh) – geröstetes Lamm mit Reis, Karotten, Zwiebeln, Kreuzkümmel – über 100 regionale Varianten.
- Bukhara-Plov – süßlich-würzige Variante mit Rosinen und Korinthen, aus Buchara.
- Toy-Plov – Hochzeits-Plov, mit besonders viel Lamm und in riesigen Pfannen für 100+ Gäste.
- Andijan-Plov – Variante aus Andijan mit Kichererbsen und Lammrippen.
- Shashlik – marinierte Lamm- oder Rinder-Spieße vom Holzkohlegrill.
- Manti – große Dampfteigtaschen mit Hammelfleisch und Zwiebeln, mit Joghurt-Knoblauch-Sauce.
- Dimlama – Eintopf mit Schicht von Lamm, Kartoffeln, Karotten, Kohl und Tomaten.
- Kabob Charkhly – spezielle Marktstand-Spieße aus mariniertem Lamm.
- Naryn – geschnittene Pasta mit Pferdefleisch und Zwiebeln, kalt serviert.
- Tukhum Barak – gekochte Teigtaschen mit Ei-Milch-Füllung, einzigartig.
- Mastava Zharkop – Lamm-Eintopf mit Tomaten, Paprika und Kartoffeln.

Brot, Beilagen und Saucen
Non ist heilig.
- Non (Lepyoshka) – rundes Tandyr-Brot mit gestempeltem Mittenmuster – kulturelles Symbol.
- Patyr – geschichtetes Fladenbrot, klassisch in Buchara.
- Obi Non – einfaches Wasser-Brot, das tägliche Brot.
- Sumalak – Süß-saurer Weizenkeim-Brei zum Frühlingsfest Navruz, traditionell.
- Kazy – Pferdefleisch-Wurst, Delikatesse zu Feierlichkeiten.
- Kurut – getrocknete Käsekugeln aus Joghurt, klassischer Snack zu Tee.
- Kaymak – dicke Sahne, klassisch zum Frühstück mit Brot und Honig.
- Kreuzkümmel (Zira) – die wichtigste usbekische Würze, in jedem Plov.
- Achichuk – Salat als Beilage zu fast jedem Gericht.
Internationale Verbindungen der Küche Usbekistans
- Plov – UNESCO-Welterbe seit 2016.
- Manti – pan-zentralasiatisch, türkisch-mongolisches Erbe.
- Shashlik – pan-kaukasisch und pan-zentralasiatisch.
- Samsa – zentralasiatisch, ähnlich indischer Samosa.
- Tandyr-Brot – pan-zentralasiatisch, einzigartig in jeder Region.
Typische Getränke aus Usbekistan
- Kok Choy (grüner Tee) – Nationalgetränk, zu jeder Mahlzeit ohne Ausnahme.
- Schwarzer Tee – mit Zucker und Süßigkeiten, besonders zum Frühstück.
- Ayran – Salzjoghurt-Drink, klassisch zum Essen.
- Katyk – fermentierte Milchprodukt, ähnlich türkischem Kefir.
- Tutmeran (Maulbeerwein) – traditioneller Wein aus weißen Maulbeeren.
- Wodka – sowjetisches Erbe, klassisch zu Festen.
- Kompot – kalter Trockenfrüchte-Sud, klassisch im Sommer.
- Sherbet – süßer Sirup-Saft, persisches Erbe.
- Granatapfelsaft – frisch gepresst, in der Saison überall.
Süßes und Desserts aus Usbekistan
- Halva – Sesam- oder Walnuss-Konfekt, klassisch zum Tee.
- Chak-Chak – frittierte Teigstreifen in Honigsirup, Festtags-Klassiker.
- Navat – kristallisierter Honig-Zucker, klassisch zum grünen Tee.
- Pakhlava – usbekische Variante von Baklava mit Walnüssen und Honig.
- Sumalak – Frühlings-Süßspeise aus Weizenkeimen, traditionell zu Navruz.
- Parvarda – karamellisierte Zuckerkugeln mit Mehl.
- Goz Halva – Walnuss-Honig-Konfekt, sehr klebrig.
- Kuraga (Trockenaprikosen) – getrocknete Aprikosen, klassisch zu grünem Tee.
Fazit: Usbekistan Essen und Trinken
Usbekistans Küche ist Seidenstraßen-Erbe in jedem Bissen. Plov am Donnerstag (traditionell Männer-Plov-Tag), Shashlik am Markt, Manti am Sonntag und grüner Tee zu allem – die usbekische Esskultur ist gesellig und gastfreundlich. Mit UNESCO-anerkanntem Plov, der einzigartigen Tandyr-Tradition und über 100 regionalen Variationen ist die usbekische Küche eine der vielfältigsten Zentralasiens. Die Choyhona (Teehäuser) bleiben das Zentrum jeder Dorfgemeinschaft.
FAQ – Häufige Fragen zur Küche Usbekistans
Was ist das Nationalgericht Usbekistans?
Plov (auch Osh genannt) ist das usbekische Nationalgericht. Es wurde 2016 von der UNESCO als immaterielles Welterbe anerkannt. Plov besteht aus geröstetem Lamm- oder Rindfleisch mit Karotten (rot und gelb), Zwiebeln, Kreuzkümmel (Zira) und Reis – in einem speziellen Kessel (Kazan) über Holzkohle gegart. Es gibt über 100 regionale Varianten – jede Stadt und Hochzeitsfamilie hat eine eigene Tradition.
Wie wird Plov traditionell zubereitet?
Plov wird in einem dicken gusseisernen Kessel (Kazan) über offenem Feuer gegart. Reihenfolge: Erst Lammfett ausbraten, dann Lamm scharf anbraten, dann Zwiebeln, dann Karotten in Streifen. Dann wird Wasser dazu gegossen (Zirvak-Brühe), Kichererbsen und Gewürze dazu (Berberitzen, Kreuzkümmel). Dann Reis aufschichten, ohne umzurühren – nur Dampf macht den Reis fluffig. Klassisch isst man Plov mit den Händen aus einer großen Schale gemeinsam.
Was ist Non-Brot?
Non ist das traditionelle usbekische Tandyr-Brot – rund, mit gestempeltem Muster in der Mitte, an den Wänden eines Lehmofens (Tandyr) gebacken. Non ist kulturell heilig: es darf nie auf den Kopf gelegt werden, nie weggeworfen werden, nicht mit dem Messer geschnitten (sondern gebrochen). Die schönsten Non kommen aus Buchara und Samarkand – beide Städte streiten um den besten Non. Touristen kaufen Non oft als Andenken (es hält wochenlang trocken).
Was ist eine Choyhona?
Choyhona (wörtlich ‚Teehaus‘) ist das soziale Zentrum jedes usbekischen Dorfes. Eine Choyhona ist ein erhöhter Holzpavillon mit niedrigen Tischen (Tapchan), wo Männer sitzen, grünen Tee trinken, Plov essen und Schach spielen. Eine Choyhona-Sitzung dauert oft Stunden, an Marktagen den ganzen Tag. In Buchara, Samarkand und Taschkent gibt es spektakuläre historische Choyhona-Bauten.
Was wird in Usbekistan getrunken?
Grüner Tee (Kok Choy) ist das absolute Nationalgetränk – zu jeder Mahlzeit, jeder Begegnung. Klassisch ohne Zucker, mit Trockenobst und Süßigkeiten serviert. Schwarzer Tee am Frühstück. Alkohol ist erlaubt (Usbekistan ist mehrheitlich säkular), Wodka ist sowjetisches Erbe und zu Festen Standard. Maulbeerwein (Tutmeran) ist eine traditionelle Variante. Ayran (Salzjoghurt) und Katyk (fermentierte Milch) sind beliebt zu fettigen Gerichten.
