Das Wichtigste in Kürze
- Mansaf ist Jordaniens Nationalgericht – Lamm in Joghurtsauce auf Reis mit Mandeln.
- Falafel, Hummus und Foul gehören zum jordanischen Frühstück.
- Mezze-Kultur ist allgegenwärtig – kleine Vorspeisen werden geteilt.
- Knafeh aus Nablus ist eines der berühmtesten Desserts der Levante.
- Arabischer Kaffee mit Kardamom (Qahwa Saada) ist das wichtigste Gastfreundschafts-Symbol.
- Beduinische Tradition – Essen vom Boden mit der rechten Hand – lebt bei Festen fort.
Jordaniens Küche ist tief in der levantinischen und beduinischen Tradition verwurzelt. Lamm, Joghurt, Reis und arabische Gewürze prägen die Speisekarte. Das Nationalgericht Mansaf gilt als kulinarisches Symbol der jordanischen Identität. Hier findest du den Überblick über typische jordanische Gerichte und Getränke.
Typische Vorspeisen und Mezze
Mezze sind Pflicht in jeder Mahlzeit.
- Hummus – Kichererbsen-Tahini-Püree mit Olivenöl, Paprika und Kreuzkümmel.
- Falafel – frittierte Kichererbsen-Bällchen mit Kräutern und Knoblauch.
- Mutabbal – geräucherte Auberginen-Paste mit Tahini und Granatapfel.
- Tabouleh – Petersiliensalat mit Bulgur, Tomate und Minze.
- Fattoush – Brotsalat mit gerösteten Pita-Stücken und Sumac.
- Labneh – abgetropfter Joghurt-Frischkäse mit Olivenöl und Za’atar.
- Foul Medames – gestampfte Saubohnen mit Knoblauch und Zitrone.
Hauptgerichte und Klassiker
Mansaf, Maqluba und Kebab.
- Mansaf – Nationalgericht: Lamm in fermentierter Joghurtsauce (Jameed) auf Reis.
- Maqluba – ‚Auf den Kopf gestellt‘ – Reis-Auflauf mit Auberginen, Lamm und Blumenkohl.
- Kebab Halabi – gegrilltes Hackfleisch nach Aleppo-Art mit Tomatensauce.
- Shawarma – vom Drehspieß geschnittenes Lamm oder Hähnchen.
- Mansaf bil Khubz – Brot-Variante des Mansaf für besondere Anlässe.
- Mahshi – gefülltes Gemüse (Zucchini, Paprika, Weinblätter) mit Reis und Hackfleisch.
- Musakhan – geröstetes Hähnchen mit Sumach, Zwiebeln und Olivenöl auf Fladenbrot.
- Kibbeh – Bulgur-Kugeln mit Hackfleisch-Füllung, frittiert oder gebacken.
- Galayet Bandora – Tomaten-Pfanne mit Knoblauch und Olivenöl, einfach und köstlich.

Brot, Beilagen und Saucen
Khubz, Tahini und Pickles.
- Khubz – klassisches arabisches Fladenbrot, oft mit Tasche.
- Khubz Markook – dünnes Fladenbrot vom Sajj (kuppelförmige Pfanne).
- Tahini – Sesampaste-Sauce, klassisch zu Falafel und Salaten.
- Sumach – rotes, säuerliches Gewürz auf Salaten und Fleisch.
- Za’atar – Gewürzmischung aus wildem Thymian, Sesam, Sumac und Salz.
- Pickles (Mukhalal) – eingelegtes Gemüse als ständige Beilage.
- Jameed – getrockneter, fermentierter Joghurt – Basis der Mansaf-Sauce.
Internationale Verbindungen der Küche Jordaniens
- Mansaf – einzigartig jordanisch, beduinisches Symbolgericht.
- Maqluba – auch in Palästina und Levante verbreitet.
- Falafel und Hummus – levantinisches Erbe, weltweit verbreitet.
- Knafeh – aus Nablus stammend, in Jordanien geliebt, weltweit kopiert.
- Shawarma – levantinische Tradition, in Deutschland als Döner adaptiert.
Typische Getränke aus Jordanien
- Qahwa Saada – arabischer Kaffee mit Kardamom, ohne Zucker.
- Türkischer Kaffee – stark, mit Schaum, oft mit Zucker.
- Shai bil Na’na – schwarzer Tee mit frischer Minze und viel Zucker.
- Sahlab – warmes Milchgetränk mit Orchideenwurzel und Zimt.
- Jallab – Sirup-Getränk aus Datteln und Trauben mit Rosenwasser.
- Limonana – Minz-Zitronen-Limonade.
- Amstel und Petra Beer – die lokalen Biere Jordaniens.
- Arak – Anisschnaps, klassisch mit Wasser und Eis.
Süßes und Desserts aus Jordanien
- Knafeh – Engelshaar-Käse-Gebäck mit Sirup, aus Nablus stammend.
- Baklava – Blätterteig mit Pistazien oder Walnüssen und Sirup.
- Maamoul – Mürbeteig-Plätzchen mit Datteln, Walnüssen oder Pistazien.
- Halawa – Sesampaste-Süßigkeit, fest und sehr süß.
- Awameh – frittierte Teigbällchen in Zuckersirup, oft mit Sesam.
- Kataifi – fadenförmiges Engelshaar-Gebäck mit Nüssen.
- Mahalabia – Milchpudding mit Rosenwasser.
Fazit: Jordanien Essen und Trinken
Jordaniens Küche ist Levante mit beduinischen Wurzeln. Mansaf am Familientisch, eine ausgiebige Mezze-Runde in Amman, Knafeh als süßer Abschluss und arabischer Kaffee mit Kardamom – mehr Gastfreundschaft kann ein Land kaum auf den Tisch bringen. Wer Petra besucht, sollte auch eine Mahlzeit teilen – die jordanische Esskultur ist die schönste Visitenkarte des Landes.
FAQ – Häufige Fragen zur Küche Jordaniens
Was ist das Nationalgericht Jordaniens?
Mansaf ist das offizielle Nationalgericht. Es besteht aus Lammfleisch, das in einer fermentierten Joghurt-Sauce (Jameed) gegart wird, serviert auf Reis und Markook-Fladenbrot, gekrönt mit Pinienkernen und Mandeln. Mansaf wird zu Hochzeiten, religiösen Festen und Familientreffen gegessen – traditionell gemeinsam aus einer großen Platte.
Was ist Jameed?
Jameed ist getrockneter und fermentierter Joghurt, oft in Kugelform. Er wird in Wasser rekonstituiert und gibt der Mansaf-Sauce ihren charakteristisch säuerlich-cremigen Geschmack. Jameed wird traditionell von beduinischen Familien hergestellt und kann jahrelang aufbewahrt werden.
Was ist Maqluba?
Maqluba bedeutet ‚auf den Kopf gestellt‘. Es ist ein Reis-Auflauf mit Schichten aus gebratenen Auberginen, Blumenkohl, Kartoffeln und Lamm. Nach dem Garen wird der Topf umgedreht – das fertige Gericht steht wie ein Kuchen auf dem Teller. Sehr beliebt in jordanischen Familien.
Was ist arabischer Kaffee?
Arabischer Kaffee (Qahwa Saada) wird mit Kardamom-Schoten gekocht und in kleinen handlosen Tassen (Finjan) serviert. Er ist meist ungesüßt, hat eine helle Farbe und einen aromatischen, leicht würzigen Geschmack. In Jordanien ist arabischer Kaffee ein Zeichen tiefer Gastfreundschaft – Gäste werden immer zuerst bedient.
Wie scharf ist die jordanische Küche?
Die jordanische Küche ist eher mild und aromatisch, nicht scharf. Sumach, Za’atar, Kardamom, Zimt und Kreuzkümmel dominieren statt Chili. Wer Schärfe sucht, kann mit Sahawiq (jemenitische Chili-Paste) oder eingelegten Chilis nachhelfen.
