Das Wichtigste in Kürze
- Skyr ist Islands Nationalspeise – ein dicker, proteinreicher Frischmilchquark mit über 1.000 Jahren Tradition.
- Plokkfiskur (Fisch-Kartoffel-Püree) gilt als isländisches Soulfood schlechthin.
- Hákarl, fermentierter Grönlandhai, ist die wohl umstrittenste Spezialität des Landes.
- Isländisches Lamm wächst frei in der Tundra auf und gilt international als hervorragend.
- Brennivín (‚Schwarzer Tod‘) ist das traditionelle Schnapsgetränk Islands.
- Modern wird Island zur kulinarischen Destination mit Spitzenrestaurants in Reykjavík.
Islands Küche ist geprägt von der rauen Natur des Nordatlantiks. Lamm, Fisch, Milchprodukte und Gerstenprodukte dominieren die traditionelle Tafel. Heute ergänzt eine moderne Bistro-Szene die alte Bauernküche um neue Akzente. Hier findest du den Überblick über typische isländische Gerichte und Getränke.
Typische Vorspeisen und Snacks
Räucherfisch und Skyr stehen am Anfang.
- Skyr – dickflüssiger Frischmilchquark, mild-säuerlich, sehr proteinreich.
- Hangikjöt – geräuchertes Lamm, traditionell zu Weihnachten.
- Gravlax – in Salz, Zucker und Dill gebeizter Lachs.
- Harðfiskur – luftgetrockneter Kabeljau, klassisch mit Butter.
- Rúgbrauð – dunkles Roggenbrot, traditionell in Erdwärme gebacken.
- Pylsur – isländischer Hot Dog mit Röstzwiebeln und drei Saucen.
Hauptgerichte und Klassiker
Plokkfiskur und Lammgerichte dominieren.
- Plokkfiskur – Fisch-Kartoffel-Püree mit Béchamel und Zwiebeln.
- Kjötsúpa – klassische isländische Lammsuppe mit Wurzelgemüse.
- Lambalæri – Lammkeule aus dem Ofen, oft mit Wacholder und Thymian.
- Saltfiskur – gesalzener Kabeljau, traditionell vor allem an der Küste.
- Hákarl – fermentierter Grönlandhai – ein erworbener Geschmack.
- Súrir Hrútspungar – fermentierte Widderhoden, traditionelle Spezialität.
- Steiktur Lundi – Papageientaucher – früher Grundnahrung, heute selten.
- Hvalkjöt – Walfleisch – in Island legal, kontrovers im Ausland.

Brot, Beilagen und Käse
Rúgbrauð und Skyr sind allgegenwärtig.
- Rúgbrauð – süßliches Roggenbrot, traditionell 24 Stunden in Erdwärme gebacken.
- Flatkökur – ungesäuertes Vollkorn-Fladenbrot.
- Skonsur – kleine Pfannkuchen, klassisch mit Butter und Honig.
- Mysingur – süßer Molkenkäse, ähnlich norwegischem Brunost.
- Höfdaskyr – Skyr mit Beeren und Kompott zum Frühstück.
- Kartoffelmus – Kartoffelpüree als Beilage zu fast jedem Hauptgericht.
Internationale Verbindungen der Küche Islands
- Skyr – einzigartig isländisch, in Skandinavien und Deutschland seit den 2010ern populär.
- Gravlax – auch in Norwegen und Schweden verbreitet.
- Hákarl – exotische Spezialität, nur in Island in dieser Form.
- Plokkfiskur – nordisches Soulfood, ähnlich norwegischem Fiskegrateng.
- Pylsur – Hot Dog mit isländischer Twist, in Reykjavík (Bæjarins Beztu) berühmt.
Typische Getränke aus Island
- Brennivín – 37,5-prozentiger Kümmelschnaps mit dem Spitznamen ‚Schwarzer Tod‘.
- Reyka Vodka – aus isländischem Quellwasser und Gerste destilliert.
- Egils Gull – isländisches Lagerbier, das beliebteste im Land.
- Einstök – Craft-Beer aus Akureyri, international ausgezeichnet.
- Kaffi – Iren und Isländer trinken überraschend viel Kaffee, oft mit Skyr.
- Malt og Appelsín – Mischgetränk aus Malzbier und Orangenlimonade, klassisch zu Weihnachten.
- Glacier Water – Mineralwasser aus Gletscherquellen, weltweit exportiert.
Süßes und Desserts aus Island
- Pönnukökur – dünne Pfannkuchen mit Schlagsahne und Marmelade.
- Kleinur – frittierte Hefeteig-Kringel mit Kardamom.
- Skyrkaka – Käsekuchen aus Skyr, leicht und proteinreich.
- Vínarterta – Schichttorte mit Pflaumenmus zu festlichen Anlässen.
- Hjónabandssæla – ‚Ehe-Glück-Kuchen‘ mit Rhabarbermarmelade.
- Lummur – kleine, dicke Pfannkuchen mit Zucker und Zimt.
Fazit: Island Essen und Trinken
Islands Küche ist puristisch, ehrlich und tief im Land verwurzelt. Lamm aus der Tundra, Fisch aus dem Nordatlantik und Skyr aus Bauernhöfen prägen die Tafel. Traditionelle Spezialitäten wie Hákarl sind nichts für jeden, doch Plokkfiskur und Hangikjöt überzeugen jeden Gaumen. Reykjavík ist heute eine der spannendsten kulinarischen Städte Europas. Wer Island besucht, sollte mindestens einen Skyr und einen Pylsur probiert haben.
FAQ – Häufige Fragen zur Küche Islands
Was ist Skyr?
Skyr ist ein traditioneller isländischer Frischmilchquark mit über 1.000 Jahren Geschichte. Er ist dicker als Joghurt, sehr proteinreich (rund 11 Gramm pro 100 Gramm) und fast fettfrei. Klassisch mit Beeren, Honig oder Milch zum Frühstück gegessen.
Was ist Hákarl?
Hákarl ist fermentierter Grönlandhai. Frisch ist das Fleisch giftig, daher wird es 6 bis 12 Wochen in einer Kiste vergraben und anschließend weitere Monate luftgetrocknet. Der Geschmack ist scharf-ammoniakartig und sehr gewöhnungsbedürftig – traditionell mit einem Schluck Brennivín gegessen.
Was ist das Nationalgericht Islands?
Plokkfiskur (Fisch-Kartoffel-Püree) und Kjötsúpa (Lammsuppe) gelten als Nationalgerichte. Ebenfalls hoch im Kurs: Hangikjöt (geräuchertes Lamm), das traditionell zu Weihnachten gegessen wird.
Was ist Brennivín?
Brennivín ist Islands traditioneller Kümmelschnaps mit 37,5 Prozent Alkohol. Der Spitzname ‚Schwarzer Tod‘ (Svarti dauði) geht auf das schwarze Etikett zurück, das während der Prohibition den Verkauf abschrecken sollte. Heute ist Brennivín Teil der isländischen Identität.
Wie teuer ist Essen in Island?
Island gehört zu den teuersten Reiseländern Europas. Ein Hauptgericht im Restaurant kostet selten unter 25 Euro, ein Bier im Pub 8 bis 12 Euro. Im Supermarkt sind importierte Waren deutlich teurer als auf dem Festland. Pylsur (Hot Dog) ist eine der wenigen günstigen Optionen.
